Benkei (? – 1189): Mönch aus der Provinz Musashi. Er wurde in Shingu in Kumano geboren. Seine Mutter hieß Same. Als Junge hieß Benkei Oniwaka (Teufelsknabe). Sein Stiefvater verkaufte ihn in die Hauptstadt, wo er sich als Obdachloser herumtrieb. Der Meisterpriester Yukei vom Tempel Enryakuji holte ihn von der Straße in den Tempel und Benkei wurde sein Schüler. Er gehörte den niederen Mönchen unterhalb der Studenten an und war ein Mitglied der Mönche der Sechs Richtungen, einer militanten Gruppe. Da er ein Riese war und mit seinem ungezügelten Temperament zu Randale neigte, nannten ihn seine Mitmönche „Mönch, der Unheimliche“. Er verbrachte mehr als zehn Jahre in Enryakuji. In dieser Zeit kam es auf der Brücke an der fünften Jo zu einem Duell zwischen Benkei und Yoshitsune Minamoto, doch Benkei schaffte es nicht, Yoshitsune zu töten. Yoshitsune wiederum brachte Benkei zu seinem Versteck, in dem dessen Mutter Same lebte. Benkei traf seine Mutter nach langen Jahren wieder und wurde danach Yoshitsunes Stammesangehöriger. Benkei sollte fortan bis zum Tod mit seiner Mutter in diesem Haus zusammenleben. Später traf Benkei Yoshitsune und dessen Stammesangehörige in Kamakura wieder und lebte in Yoshitsunes Haus. Im Januar 1184 marschierte Benkei im Sonderkommando von Yoshitsune nach Uji und Ichinotani. Im Januar 1185 erhielten Benkei und Masachika Kamata eine spezielle Anweisung von Yoshitsune, zum jungen Oberhaupt des Seefahrerstamms Udono nach Kumano zu reiten und diesen zur Teilnahme an Yoshitsunes Feldzug gegen Taira aufzurufen. Hayatonosuke Udono gelobte Benkei und Masachika seine unveränderliche Treue an Yoshitsune, sah sich aber zu diesem Zeitpunkt außer Stande, seine Flotte unverzüglich zu Yoshitsunes Truppe zu schicken, da in Kumano ein mächtiges Oberhaupt der drei Kumano-Schreine, Tanzo, ihn daran hindern würde. So entschloss sich Benkei allein, Tanzo von der Unterstützung für Minamoto zu überzeugen. Das Oberhaupt der Kumano-Schreine galt offiziell als treuer Taira-Anhänger, doch Benkei gelang es, dessen wahre Gesinnung zu erfahren: Tanzo war nämlich für Minamoto und musste Taira deshalb vorübergehend seine Anhängerschaft vortäuschen. Benkei überfiel in der Reitertruppe Yoshitsunes die Tairas auf Yashima, verjagte sie auf die Seto-Inlandsee, und schlug im März 1185 mit Yoshitsunes in der Seeschlacht von Dannoura Tairas Flotte nieder. Nach dem Triumph über Taira brach die persönliche Katastrophe von Yoshitsune. Er wurde von Yoritomo verjagt und verstoßen. Yoshitsune entschied sich aus der Hauptstadt nach Kyushu zu fliehen, statt gegen Yoritomo einen Krieg zu führen. Die Flucht wurde von Minamotos Verfolgern erschwert, Yoshitsunes Truppe erlitt eine lebensgefährliche Havarie auf der See vor der Provinz Izumi und strandete vereinzelte dort. Benkei begleitete die ganze Zeit Yoshitsune und floh auf den Berg Yoshino. Yoshitsune musste sich von Kamakuras Kopfjägern vollständig verstecken und Benkei und nur ein kleines Gefolge waren bei ihm. Sie passierten die Straßensperre von Ataka auf dem Weg nach Hiraizumi. Benkei überstand das strenge Verhör durch den Leiter der Provinzpolizei von Kaga, Yasuie Togashi, wie man später im berühmten Kabuki-Theaterstück "Kanjincho" darstellt, und Yoshitsune und sein Gefolge erreichten Hiraizumi unversehrt.