Benkei: Mönch aus der Provinz Musashi. Als Junge hieß der Sohn eines Fischers Oniwaka (Teufelsknabe). Sein Stiefvater hatte ihn in die Hauptstadt verkauft, wo er sich als Obdachloser herumtrieb. Der Meisterpriester Yukei vom Tempel Enryakuji holte ihn von der Straße in den Tempel Enryakuji und Benkei wurde sein Schüler. Er gehörte den niederen Mönchen unterhalb der Studenten an und war ein Mitglied der Mönche der Sechs Richtungen, einer Gruppe militanter Mönche. Benkei verbrachte zehn Jahre im Tempel Enryakuji. Die Mönche nannten ihn „Mönch, der Unheimliche“. Er nahm Goshirakawas Anschuldigungen gegen den Tempel Enryakuji allein auf sich und stellte sich im Hof des ehemaligen Tennos, sodass er verhaftet und ins Ost-Gefängnis gesperrt wurde. In der Nacht, als die Armee von Taira eine Großfahndung gegen die Adeligen der Anti-Taira-Fraktion in der Affäre von Shishigadani durchführte, floh er aus dem Ost-Gefängnis. Benkei schrieb, weil er dachte, er würde möglicherweise von der Hauptstadtpolizei zum Tode verurteilt, seiner Mutter, der Sklavin Same, einen Abschiedsbrief, und einer seiner Mönchskollegen brachte ihn ihr nach Nachi. Seine Mutter glaubte deshalb, dass Benkei nicht mehr lebte. Seine Schwester Yomogi war als Mädchen ebenso vom Stiefvater in die Hauptstadt verkauft worden. Benkei kehrte nach Hieizan ins Tal des Westturmes zurück, fand dort seine Kameraden und seinen Lehrer Yukei nicht mehr, weil das Mönchsvolk in der Zwischenzeit gewaltsam gegen die Tempelführung und die Mönchsstudenten aufbegehrt hatte. Benkei wollte dem persönlichen Appell des Oberhauptes des Tempels Myoun, beschwichtigend in den Streit zwischen dem Mönchsvolk und den Studenten einzugreifen, gerne folgen, doch diese Mission misslang. Er nahm stattdessen den Bandenführer Yoshitsune Yamashita fest und lieferte ihn dem Oberhaupt Myoun aus, das den falschen Yoshitsune wiederum der Hauptstadtpolizei meldete. Mit dieser Festnahme gelang es dem Leiter der Hauptstadtpolizei Tokitada Taira, die Untergrundorganisation zu zerschlagen und den Anführer, den richtigen Yoshitsune Minamoto, festzunehmen. Als Teil des trickreichen Plans von Tokitada sollte Benkei Yoshitsune in der Nacht auf der Straße töten. Es kam auf der Brücke an der fünften Jo zu einem Duell zwischen Benkei und Yoshitsune, doch Benkei schaffte es nicht, Yoshitsune zu töten. Yoshitsune war zu geschmeidig und flink, um Benkeis langer Hellebarde zum Opfer zu fallen. Yoshitsune lockte Benkei zu seinem Versteck, in dem dessen Mutter Same lebte. Benkei traf seine Mutter nach langen Jahren wieder und wurde Yoshitsunes Mitarbeiter. Benkei sollte fortan mit seiner Mutter in diesem Haus zusammenleben, bis Yoshitsune ihn einberief. Doch von Yoshitsune kam keine Einberufung. Benkei lebte allein mit seiner Mutter Same in Kyoto, bis Same starb. Benkei fand Yoshitsune und dessen Stammesangehörigen in Kamakura wieder und lebte fortan in Yoshitsunes Haus.