Asatori Abe: Sohn einer berühmten Musikerfamilie des Hofes. Er hatte sich dem Tenno Sutoku verschrieben, sich selbst zum Brunnenwächter des Palastes unter den Weidenbäumen ernannt und Sutoku treuherzig gedient. Als Sutoku nach der Niederlage des Krieges von Hogen mit den Abtrünnigen in den Bergen um Kyoto umherirrte, brachte Asatori das Brunnenwasser in einer Bambusflasche zu ihm und bemühte sich um Sutokus Wohl. Sutoku war von seiner Treue gerührt. Asatori besuchte Sutoku auch in dessen Verbannungsort in der Provinz Sanuki, wo dieser seine Verbannung in Einsamkeit verbrachte, und spielte ihm aus der Entfernung auf der Querflöte vor. Nach dem Krieg von Heiji lebte Asatori in der Ochsenzüchtersiedlung und trat in die dortige Marionettenspielergruppe ein, um Geld zu verdienen. Später absolvierte er bei einem berühmten, emeritierten Hofarzt das Medizinstudium und wurde Arzt. Er half mit seiner Medizin den Kranken im Armenviertel. In dieser Zeit lernte er den Mönch Mongaku kennen. Als seine Frau Yomogi einen Auftrag ihrer früheren Herrin Tokiwa, der Mutter von Yoshitsune, annahm, führte Asatori diesen aus. Er brachte Yoshitsune Tokiwas Brief und den Nachlass seines Vaters, eine silberne Statue der Göttin der Barmherzigkeit, als dieser auf dem streng bewachten Berg Kuramayama seine Kindheit verbrachte. Eines Tages machte Asatori mit Yomogi und dem gemeinsamen Sohn einen Abendspaziergang zum Tempel Hosshoji, wo eine rätselhafte Lotosblume mit zwei Blüten zu sehen war und deswegen viele neugierige Menschen dorthin kamen. Zufällig entdeckte Asatori den erwachsen gewordenen Yoshitsune auf der Straße und lief ihm nach, wurde aber von Masachika Kamata, Yoshitsunes Stammesangehörigem, verjagt. 1180 behandelte Asatori den Goldhändler Kichiji aus dem Norden, als dieser mit einer neuen geheimen Mission von Hidehira Fujiwara aus Hiraizumi wieder in die Hauptstadt gekommen war und erkrankte. Asatori prophezeite ihm, dass Kichiji am Ende einen gewaltsamen Tod sterben würde. Asatori erörterte, dass Kichiji immer vor einer großen Katastrophe in Erscheinung trat. Asatori behauptete, dass Kichiji und sein Herr Hidehira den Krieg zwischen Minamoto und Taira auf Kosten der unschuldigen Menschen möglichst in die Länge ziehen wollten. Diese treffliche Darstellung Asatoris ärgerte Kichiji so sehr, dass er Asatori zum Schweigen bringen wollte. Nur ein Steinhagel, den Asatoris Freunde auf Kichiji warfen, um Asatori zu schützen, rettete ihn vor dem Tod.