Goshirakawa: Der 77. Tenno. Goshirakawa war Sohn vom ehemaligen Tenno Toba und Taikenmonin Shoko. Goshirakawa war ein Monarch von imponierender Statue mit strahlenden großen Augen und der Königsmacher. Er ließ mehrere jungen Söhne und Enkelsöhne von ihm auf den Thron steigen, aber behielt als der ehemalige Tenno alle politische Kompetenz in seiner Hand. Er führte seine Politik seit 1150’ern von seinem Hof aus, der parallel zu dem Hof des Tennos existierte. Der Grundsatz seiner politischen Handlungen war stets, die politische Macht der Tenno-Familie in dem bestehenden Verwaltungssystem der Heian-Ära aufrechtzuerhalten. Er konnte am Anfang die militärische Macht der Samurai der zivilen Kontrolle seiner adeligen Regierung unterstellen. Aber die Adeligen und die Familie Tenno verursachten selbst verschuldet die Bürgerkriege von Hogen und Heiji und nur das Militär der Samurai konnte den Frieden herstellen. Als der neue starke Samurai, Kiyomori Taira, den Krieg von Heiji gegen Yoshitomo Minamoto gewann, verbündete er sich mit der Familie Taira und versuchte immer wieder Tairas politische Macht zu schwächen. Er musste dennoch erkennen, dass Kiyomori mit seiner Stammesarmee, die Goshirakawa nicht unmittelbar befehligte, die Entscheidungen seiner Majestät zur Rücknahme zwingen konnte. Kiyomori konnte sogar seine Majestät gewaltsam in Hausarrest stellen. Goshirakawa entledigte sich der Tairas, was über die ganzen Jahre sein hartnäckiger Wunsch war, da Yoshinaka Kiso die gesamte Familie Taira und deren Stammesangehörigen aus der Hauptstadt und der Politik vertrieb. Nun versuchte Goshirakawa den neuen militärischen Machthaber, Yoshinaka Kiso, für seine Politik zu vereinnahmen. Der militärisch operierende General Yoshinaka machte aber Goshirakawas Spiel nicht mit. Goshirakawa hetzte nun gegen Yoshinaka Kisos Armee seinen Stammesbruder Yoritomo Minamoto. Da das Stammesoberhaupt Minamotos, Yoritomo, der von seinem Sitz in Kamakura aus Minamotos Armee kommandierte, der aber noch nicht das ganze Land unter seiner Kontrolle hatte, keinen zweiten starken Mann aus seinem eigenen Stamm duldete, vernichtete er im Januar 1184 Yoshinaka Kiso und seine Armee. Dafür marschierten die beiden Generäle, Yoshitsune und Noriyori, in die Hauptstadt ein. Die Zielrichtung Goshirakawas und seiner adeligen Regierung war immer noch ihr Machterhalt und seine Majestät gab Yoshitsune und Noriyori seinen persönlichen Erlass heraus, die Tairas auf der Flucht zu vernichten und gleichzeitig die Insignien der Familie Tenno, die Drei Götterschätze, die die Familie Taira mit ihrem kleinen Tenno Antoku mit auf die Flucht genommen hatte, zurückzuholen. Goshirakawa wendete bei diesem Feldzug gegen Taira im Januar 1184 einen fragwürdigen Trick an und unterbreitete Tairas Armee, die nach Ichinotani und Ikuta ausgerückt war, einen hinterlistigen Vorschlag, Minamoto und Taira eine Friedensverhandlung anordnen zu wollen. Goshirakawa wollte nur Minamotos Armee einen Zeitvorsprung verschaffen. Darauf fiel Taira ein und verfiel einer trügerischen Illusion, dass bis zum 8. Februar die Waffen ruhen würden. Diese Lüge seiner Majestät hatte entscheidend zum Sieg Minamotos über Tairas Armee in Ichinotani beigetragen. Die Familie Taira zog sich auf ihren Schiffen geschwächt auf Yashima zurück und Goshirakawa hatte die Drei Götterschätze immer noch nicht zurückgewonnen.