Tokiko (1126 – 1185): Erste Frau von Kiyomori und ältere Schwester von Tokitada und Shigeko, der Gemahlin von Goshirakawa. Tokiko gebar Kiyomori zehn Kinder. Sie war mit der Hausfrauen- und Mutterrolle zufrieden und verbrachte die meiste Zeit in ihrem Herrenhaus in Rokuhara und später im Westen der achten Jo, während Kiyomori sich seinen Aufgaben im Hof widmete und in seinen Visionen aufblühte. Kiyomori hatte viele Nebenfrauen und Konkubinen. Einzig in der Affäre ihres Mannes mit der jungen hübschen Witwe von Yoshitomo Minamoto, Tokiwa, zeigte Tokiko Strenge und behauptete, dass sie nicht aus Eifersucht, sondern aus Moral gegen diese Affäre sei. Tokiko war religiös und wollte nicht, dass Kiyomori sich anmaßte, sich über den ehemaligen Tenno hinwegzusetzen. Goshirakawa umwarb Tokiko mit dem Hintergedanken, die Gunst der Familie Taira für sich zu gewinnen. So lud Goshirakawa sie in seinen Palast ein, nachdem ihre Schwester Shigeko, Goshirakawas Gemahlin, den Prinzen Norihito (später Tenno Takakura) geboren hatte. Sie zog sich von der Seite Kiyomoris zurück, wurde Nonne und erhielt den zweiten Rang. Ihre Tochter Tokuko heiratete den Tenno Takakura und gebar ihm den Prinzen Tokihito, der später Tenno Antoku wurde. Tokiko und Kiyomori waren damit eng mit der Tenno-Familie verwandt und Tokiko war die Großmutter des Tennos Antoku. Sie hatte den Aufstieg des Stammes Taira unter Kiyomori hautnah miterlebt und musste nun den Untergang ohne ihren Mann über sich ergehen lassen. Sie hatte Sehnsucht nach ihrem verstorbenen, großartigen Mann, und war mit Munemori, ihrem Adoptivsohn und dem neuen Familienoberhaupt, nicht zufrieden, weil er offensichtlich keine eigene Strategie für die Zukunft der Familie Taira hatte. Sie hielt ihn unfähig für große Aufgaben. Auf der Flucht von Yashima nach Hikoshima hielt Tairas Flotte auf ihren Wunsch vor der Insel Itsukushima an und gedachte im Stammesschrein Itsukushimajinja Kiyomori. Bei einem familieninternen Streit offenbarte sie, dass Munemori ein Adoptivsohn war. Tokiko war auf das nahende Ende ihrer selbst und des Stammes gefasst und bereitete ihre Seele darauf vor.