Munemori Taira (1147 – 1185): Dritter Sohn von Kiyomori. Zuletzt war er Innenminister. Munemori fühlte sich nach dem Tod seines Bruders Shigemori gemäß der Erbfolge zum Stammhalter der Familie berufen und trug Kiyomori immer wieder seine Meinung vor. Als Kiyomori starb, wurde Munemori das neue Oberhaupt der Familie Taira. Munemori war sich dessen bewusst, dass er der starken Persönlichkeit Goshirakawas nicht wie sein verstorbener Vater Paroli bieten konnte. Daher versuchte Munemori Goshirakawa bei Laune zu halten, indem er als loyaler Untertan auftrat. Tairas Feldzug im April des Jahres 1183 in der Nordischen Küstenregion gegen Yoshinaka Kiso scheiterte. Die von Koremori und Michimori Taira angeführte Armee wurde in Kurikara, Ataka und Shinohara von Kisos Armee geschlagen und kehrte enttäuscht nach Kyoto zurück. Am 24. Juli 1183 entschied Munemori, die Hauptstadt zu räumen und mit dem Tenno und Goshirakawa nach Westen zu ziehen. Doch er fand Goshirakawa nicht in seinem Hof. Goshirakawa war verschwunden und Munemori musste feststellen, dass ihm ein nicht wieder gutzumachender Fehler unterlaufen war. Taira behielt jedoch die Insignien des Tennos, die Drei Götterschätze, und die gesamten Schätze des Tennos und der Regierung, und zog am 25. Juli 1183 von Rokuhara nach Fukuhara. Die gesamte Familie Taira und ihre Stammesangehörigen, etwa zehntausend Menschen, verließen die Hauptstadt. Munemori übernahm die Aufgabe, Tairas Häuser in Rokuhara und dem Westen der achten Jo niederzubrennen. Sämtliche Bauten von Taira, die Kiyomori Taira in den letzten zwanzig Jahren aufgebaut hatte, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Die Tairas kamen völlig erschöpft in Fukuhara, der zweiten Hauptstadt des Stammes, die Kiyomoris Lebenswerk war, an. Sie fanden dort ihre alten Paläste und Herrenhäuser unter Efeu und Unkraut versunken und von Menschen geplündert vor. Sie hielten eine Gedenkzeremonie vor Kiyomoris Grab ab, spielten zum Gedenken an ihn Musik und bestiegen die Schiffe. Dann brannten sie die Häuser in Fukuhara genauso nieder wie in Kyoto. In der Regionshauptstadt im Westen Japans, Dazaifu, stieß Taira auf starken Widerstand durch dortige Lokalfürsten. Tairas Familienmitglieder fuhren mit vielen Schiffen zur Insel Yashima in Shikoku, konnten sich dort endlich sicher niederlassen und ihre militärische Basis neu aufbauen. Die wieder erstarkten Truppen Tairas schlugen in Mizushima in der Provinz Harima auf der Hauptinsel Kisos Truppen nieder. Mit neuem Selbstbewusstsein verharrte Taira zunächst auf Yashima. Der Oberkommandierende General Munemori fuhr Ende Januar 1184 mit den gesamten Stammessoldaten und Damen auf tausend Schiffen nach Fukuhara, wo sie von Ikuta im Osten über Fukuhara bis kurz vor Akashi eine umfangreiche Festung errichtet und sich auf die Angriffe Minamotos vorbereitet hatten. Am 4. Februar zelebrierten die Tairas auf dem Meer vor der Landzunge von Wada den Todestag von Kiyomori. Munemori blieb auf seinem großen Schiff in der Nähe des Schiffs des Tennos, während sämtliche Truppenverbände an Land gingen. Dann erreichte ein Bote von Goshirakawa Tairas Lager und teilte Munemori und der Stammesführung die angebliche Friedensinitiative seiner Majestät mit, auf die die Tairas eingingen. Goshirakawas Trick verschaffte Minamotos Armeen einen entscheidenden Zeitvorsprung. Die Tairas wurden am 7. Februar 1184 überraschend angegriffen, verloren die Schlacht an allen Fronten und zogen sich nach Yashima zurück. Munemori und Tairas Führung machte die Niederlage in Ichinotani sehr zu schaffen, denn viele Stammesanführer, ihre Söhne und Brüder, waren dabei ums Leben gekommen. Taira mobilisierte dreitausend Soldaten aus den umliegenden Gebieten der Inseln Shikoku und Awajishima und entsendete sie mit Noriyoshi Taguchi als Anführer in die Provinz Iyo, um den dortigen, langjährigen Minamoto-Anhänger Kono niederzuschlagen. Aus diesem Grund waren Yashima und die Umgebung von äußerst wenigen Soldaten und Pferden beschützt. Diese Situation wurde von Yoshitsune erkannt und ausgenutzt. Yoshitsune griff am 19. Februar 1185 die Insel Yashima mit etwa zweihundert Reitersoldaten überfallartig an. Munemori verlor die Kontrolle über seine Armee. Er erkannte nicht, dass Yoshitsunes Truppe nicht mehr als zweihundert Mann umfasste, wohingegen die Tairas Armee dreitausend Samurai stark war. Er reagierte erschrocken. Tairas Soldaten und Frauen retteten sich überstürzt auf die Schiffe von Tairas Marine und erholten sich erst auf der sicheren See von dem Schock. Munemori und Tairas Armee folgten der strategischen Richtung, die der Gouverneur der Provinz Noto, Noritsune, vorschlug und verlegten sich auf eine Hinhaltetaktik.