Yorimori Taira: Fünfter Sohn von Tadamori mit Ariko Ike (Zen-Nonne von Ike) und damit Halbbruder von Kiyomori, Tsunemori und Norimori Taira. Auch Herr Ike genannt. Yorimori unterstützte seine Mutter Ariko, die von Kiyomori die Begnadigung des vierzehnjährigen Yoritomo Minamoto forderte, nachdem Yoritomo nach dem Krieg von Heiji allein auf der Flucht von Yorimoris Mitarbeitern festgenommen worden war. Yorimori hatte verschiedene Regierungsposten inne. Er heiratete die Dame des Gemachs des Hauptsekretärs, die bei der dritten Tochter von Toba, der Nonne der achten Jo Shoko, diente. Die Dame des Gemachs des Hauptsekretärs war eine Schwester des stellvertretenden Bischofs Shunkan, der für Goshirakawa arbeitete und Taira hasste. So pflegte Yorimori einige verdächtige Kontakte mit der Anti-Taira-Fraktion. Yorimori galt daher in den Augen der Familienmitglieder von Taira als schwarzes Schaf in der Familie und wurde von ihnen gemieden. Nur Kiyomori hielt ihn in der Familiengemeinschaft. Yorimori unterhielt sogar persönlichen Kontakt zu Yoritomo Minamoto, indem dieser ihm als Sohn seiner Lebensretterin, Ariko, regelmäßig Grüße schickte. Yorimori war an der Affäre von Shishigadani als Mitglied der Aufständischen beteiligt, wurde aber von Kiyomori nicht deswegen verhaftet. Nach dem großen Erdbeben von 1179 führte Kiyomori eine harte Säuberung der Taira feindlich gesinnten Mitarbeiter von Goshirakawa durch und stellte Goshirakawa unter Hausarrest. Yorimori befürchtete seine Festnahme durch Kiyomori und versteckte sich im Hof der Nonne an der achten Jo Shoko. Dort wurde er vom Leiter der Hauptstadtpolizei Tokitada aufgespürt und zu Kiyomori gebracht. Kiyomori wusste von der engen Verstrickung Yorimoris in Goshirakawas Intrigen, aber sprach Yorimori von jeglicher Verhaftung frei, weil sein Halbbruder zur Familie gehörte. Als der Aufstand des Prinzen Mochihito ausbrach und niedergeschlagen wurde, wusste Kiyomori, dass Yorimori bei diesem Aufstand des Prinzen mitgewirkt hatte. So befahl Kiyomori Yorimori, die Nonne an der achten Jo Shoko und den kleinen Sohn des toten Prinzen Mochihito zu verhaften, doch Yorimori ließ seinen ältesten Sohn Tamemori in der Nacht mit der Nonne von ihrem Hof fliehen. Nur den kleinen Sohn des Prinzen lieferte er Kiyomori aus. Yorimori selbst genoss bei Kiyomori absoluten Schutz, obwohl die anderen Familienmitglieder von Taira ihm nicht vertrauten und ihn am liebsten aus der Familie ausgeschlossen hätten. Als Yoshinaka Kiso im Juli 1183 sein Hauptquartier auf Hieizan bezog, rief Munemori Tairas Familienmitglieder und Stammesangehörige auf, sofort am 25. Juli 1183 ihre Häuser zu räumen und zusammen die Hauptstadt nach Westen zu verlassen. Taira würde den kleinen Tenno Antoku nach Westen begleiten, bevor Yoshinaka in die Hauptstadt einmarschieren würde. Yorimori folgte diesem Aufruf zunächst und zündete selbst sein Haus an, aber nachdem er mit seinen Söhnen und Schwiegersöhnen die Straße nach Toba erreicht hatte, stockte Tairas Zug, da so viele Menschen unterwegs waren. Yorimori überlegte es sich anders und führte seine Familie und Stammesangehörigen wieder in die Hauptstadt zurück. Er fand eine Zuflucht in der Nähe des Tempels Ninnaji. Von seiner ursprünglich dreihundert Mann starken Dienerschaft und Samuraitruppe blieben ihm nur noch sechzig bis siebzig Mitarbeiter. Taira erreichte inzwischen Kyushu und Shikoku. Von Yashima aus griff der Stamm Kisos Armee an. Doch Yorimori wollte Yoritomo Minamoto in Kamakura aufsuchen, um eine nach seiner Meinung alternative Friedenslösung zu suchen. Er glaubte, als Sohn von Frau Ike, zu der Yoritomo einen besonderen Dank empfand, könnte er zwischen Minamoto und Taira vermitteln, ohne Blut zu vergießen. Sein langjähriger Stammesangehöriger Munekiyo Taira kritisierte seinen Wunsch, dass dies einem Verrat an Taira gleichkäme. Munekiyo konnte Yorimoris Entscheidung nicht mittragen, kündigte seinen Dienst und zog nach Westen zu Taira in Yashima.