Tokitada Taira: Bruder von Tokiko, Schwager von Kiyomori. Er war am Anfang seiner Laufbahn in eine Schlägerei mit den Mönchen von Enryakuji verwickelt und verursachte den Streit zwischen Kiyomori und Enryakuji (Affäre der Göttersänfte). Er heiratete die Dame des Gemachs Sotsu, eine Dienerin des Hofes, Taikenmonin (Shoko Fujiwara). Nach dem Krieg von Heiji stieg er zum persönlichen Sekretär des Tennos und zum Regierungsdirektor der rechten Seite auf. Er war ein außerordentlich ehrgeiziger Macher innerhalb der Familie Taira und Kiyomoris rechte Hand. Tokitada führte ein Geheimdienstsystem ein, indem er in der Stadt Glatzköpfe mit roten Gewändern verteilte. Sie sollten Taira-Kritiker aufspüren. Er soll auf der Höhe der Macht von Taira gesagt haben: „Wer nicht Taira ist, ist kein Mensch.“ Er hatte zudem weitere Ämter wie Hauptsekretär und Leitung der Hauptstadtpolizei inne. Er bekämpfte als Leiter der Hauptstadtpolizei die Unruhen in der Hauptstadt, die von einem gewissen Yoshitsune Yamashita begangen worden sein sollten. Tokitada gelang es, Yoshitsune Yamashita zu fassen, der sich als Doppelgänger von Yoshitsune Minamoto erwies. Durch eine geschickte Falle konnte Tokitadas Hauptstadtpolizei die wichtigsten Bandenmitglieder von Yoshitsune Yamashita und dem Verband von Katata festnehmen. Der wahre Yoshitsune Minamoto, der mit dieser Art des Untergrundkampfes von Yukiie Minamoto nicht einverstanden war, verhandelte mit Tokitada, um die gefangenen Söhne von Yukiie Minamoto und den Katata-Stämmen aus dem Gefängnis freizukaufen, und stellte dafür die gesamte Aktivität gegen Taira in der Hauptstadt ein. Der wahre Yoshitsune stellte sich bei der Hauptstadtpolizei und Tokitada wollte Yoshitsune gegen große Widerstände aus der Familie Taira, insbesondere der jungen Adeligen, freilassen. Dafür beschwichtigte Tokitada die jungen Adeligen mit seinem Plan, Yoshitsune aus dem Hinterhalt töten zu lassen. Tokitada hatte den wilden Mönch Benkei als Meuchelmörder auf Yoshitsune angesetzt, der ihn auf der Straße töten sollte. Seine wahre Absicht war allerdings, Yoshitsune unversehrt in die Freiheit zu entlassen. Daher gab er Yoshitsune einen wichtigen Hinweis, wie er Benkeis Angriff umgehen könnte. Tokitada stützte Kiyomoris Alleinherrschaft nach außen und nach innen als Leiter der Hauptstadtpolizei und führte konsequent Kiyomoris Entscheidungen aus. Als der gesamte Stamm Taira am 25. Juli 1183 aus der Hauptstadt floh, nahmen Tokitada und seine Stammesangehörigen die Drei Götterschätze und andere wertvollen Schätze der Schatzkammer des Tennos mit auf die Reise und bewachten sie. Der Zug der fliehenden Menschen Tairas erreichte am 26. Juli 1183 Yamasaki. Tokitada zeigte allen Familienmitgliedern den Berg Otokoyama, auf dem der Schrein des Großen Bodhisattva von Otokoyama Hachimangu stand. Tokitada betete mit allen anderen für das Glück des Stammes. Taira musste danach von Fukuhara weiter nach Dazaifu fliehen, aber entgegen ihres Plans sahen sie sich mit starkem Widerstand konfrontiert, der von Tairas ehemaligen Zöglingen kam. Kiyomori hatte den starken Samurai zu Gouverneursposten verholfen und gerade sie verjagten nun die geschwächte Familie Taira aus Dazaifu. Tokitada kannte noch die alte Zeit von Kiyomori und beschimpfte den Gouverneur der Provinz Bungo, Yorisuke, und dessen Bruder Koremura Nojiri, die Taira immer wieder zwangen, Kyushu zu verlassen. Am Ende musste Taira sich geschlagen geben und in Yashima auf Shikoku eine neue Bleibe suchen.