Tokiko: Erste Frau von Kiyomori und ältere Schwester von Tokitada und Shigeko, die Gemahlin von Goshirakawa. Tokiko gebar Kiyomori zehn Kinder. Sie war mit der Hausfrauen- und Mutterrolle zufrieden und zog sich meistens in ihrem Herrenhaus in Rokuhara und später im Westen der achten Jo zurück, während Kiyomori sich seinen Aufgaben im Hof hingab und in seinen Visionen aufblühte. Kiyomori hatte viele Nebenfrauen und Konkubinen. Einzig in der Affäre ihres Mannes mit der jungen hübschen Witwe von Yoshitomo Minamoto, Tokiwa, zeigte Tokiko Strenge und behauptete, dass sie nicht aus Eifersucht, sondern aus Moral gegen diese Affäre sei. Tokiko war religiös und wollte nicht, dass Kiyomori sich anmaßte, sich über den ehemaligen Tenno hinwegzusetzen. Goshirakawa umwarb Tokiko mit dem Hintergedanken, die Gunst der Familie Taira für sich zu gewinnen. So lud Goshirakawa sie in seinen Palast ein, weil ihre Schwester Shigeko, Goshirakawas Gemahlin, den Prinzen Norihito (späteren Tenno Takakura) geboren hatte. Sie zog sich von der Seite Kiyomoris zurück, wurde Nonne und erhielt den zweiten Rang. Ihre Tochter Tokuko heiratete den Tenno Takakura und gebar von ihm den Prinzen Tokihito, der später Tenno Antoku wurde. Tokiko war damit mit der Familie Tenno eng verwandt und die Großmutter des Tennos Antoku. Tokiko war äußerst enttäuscht, als Tairas Truppen unter dem Kommando von Shigehira im Dezember 1180 die Tempel Kofukuji und Todaiji in Nara in Brand setzten, sie vollständig zerstörten und mehrere tausend Mönche und Bürger ermordeten. Sie befürchtete, dass die Familie Taira diese Sünde auch in der Nachwelt büßen müsste. Kiyomori war für einen kurzen Moment, als er schwer krank wurde, ihr alter Ehemann und Tokiko blieb die ganze Zeit bei seinem Sterbebett. Sie hatte den Aufstieg des Stammes Taira unter Kiyomori hautnah erlebt und musste nun den Untergang ohne ihren Mann über sich ergehen lassen. Sie hatte die Sehnsucht nach ihrem verstorbenen, großartigen Mann, war auf der anderen Seite mit Munemori, ihrem Sohn und dem Familienoberhaupt, nicht zufrieden, weil er offensichtlich keine eigene Strategie über die Zukunft der Familie Taira hatte. Sie fand ihn einfach unfähig für große Aufgaben.