Munemori Taira: Dritter Sohn von Kiyomori. Er übernahm verschiedene Regierungsämter. Bei der großen Säuberung des Hofes des ehemaligen Tennos Goshirakawa durch Kiyomori im Jahre 1179 brachte Munemori Goshirakawa von dessen Palast, dem Tempel Hojuji, zum Sommerpalast in Toba und sperrte ihn dort ein. Nach dem Aufstand des Prinzen Mochihito im Jahre 1180 griff er auf Kiyomoris Befehl den Tempel Onjoji an, in dem Mochihito sich verschanzt hatte. Munemori ging dabei behutsam vor und verschonte die Gelehrten sowie die religiösen Bauten und Statuen. Munemori fühlte sich nach dem Tod seines Bruders Shigemori zum Stammhalter der Familie berufen und trug Kiyomori öfters seine Meinung vor. So vertrat er die Meinung, dass der Hof des Tennos wieder nach Kyoto zurückgebracht werden sollte. Kiyomori stimmte nach langem Zögern seinem Vorschlag zu und verlegte im November 1180 die Hauptstadt wieder nach Kyoto. Als sich Yoshinaka Kiso 1180 in der Provinz Shinano gegen Taira erhob, bestellte Munemori Kaneto Nakahara, den stellvertretenden Gouverneur der Provinz Shinano, zum Verhör nach Kyoto und verlangte die Unterwerfung des Aufstandes und die Tötung von Yoshinaka, woraufhin Kaneto Nakahara sein Amt kündigte und Mönch wurde. Munemori kämpfte gegen Yoshinaka Kiso, indem er Sukenaga Jo und später Nagamochi Jo zum Gouverneur der Provinz Echigo ernannte und eine Armee unter ihrer Flagge mobilisieren ließ. Sie stellten eine große Armee von Tairas Anhängern in den nördlichen Provinzen auf und griffen Yoshinaka Kiso an, aber Tairas vereinte Armee wurde im Jahre 1181 in der Schlacht am Flussufer von Yokota von Yoshinaka Kisos Armee besiegt. Nagamochi Jo floh aus der Provinzhauptstadt Naoetsu und Yoshinaka Kiso besetzte die Provinz Echigo. Als Kiyomori starb, wurde Munemori das neue Oberhaupt der Familie Taira. Goshirakawa verhielt sich gegenüber Taira milde und verfolgte die militärischen Einsätze gegen Minamoto teilnahmslos. Munemori wusste, dass er der starken Persönlichkeit Goshirakawa kein Paroli wie sein verstorbener Vater bieten könnte. Munemori versuchte Goshirakawa bei Laune zu halten, indem er als loyaler Untertan auftrat. Die Tairas waren äußerst aufmerksam, was Goshirakawa tat. Als Goshirakawa privat eine Lesung der Heiligen Schrift auf Hieizan besuchen wollte, interpretierte Taira diese religiöse Veranstaltung als Verschwörung des Tempels gegen Taira, was jedoch völlig falsch war. Shigehira Taira zwang Goshirakawa zur Rückkehr zu seinem Hof, dem Tempel Hojuji, was Goshirakawa verärgert zur Kenntnis nahm. Das Verhältnis zwischen Taira und Goshirakawa verschlechterte sich. Tairas Führung achtete darauf, Goshirakawa keinen Grund zum Zorn zu liefern, und ihn von Yoritomo in Kamakura und von den Tempeln fernzuhalten. Taira stellte im April des Jahres 1183 mit den Lokalfürsten aus den Provinzen im Westen und Mitteljapan eine bis dahin nie dagewesene Armee auf. Diese Armee wurde in die Nordische Küstenregion entsandt, um Yoshinakas Aufstand niederzuschlagen. Die von Koremori und Michimori Taira angeführte Armee wurde in Kurikara, Ataka und Shinohara von Kisos Armee geschlagen und kehrte enttäuscht nach Kyoto zurück. Kisos Armee rückte im Juli 1183 auf drei Routen Richtung Hauptstadt vor. Taira schickte seine Truppen zur Verteidigung an die Vorposten der Hauptstadt. In der Hauptstadt wurde es unruhig. Tairas Führung diskutierte, ob die Hauptstadt nach Westen verlegt werden sollte.