Munemori Taira: Dritter Sohn von Kiyomori. Er übernahm verschiedene Regierungsämter. Munemori fühlte sich nach dem Tod seines Bruders Shigemori gemäß der Erbfolge zum Stammhalter der Familie berufen und trug Kiyomori immer wieder seine Meinung vor. So vertrat er die Ansicht, dass der Hof des Tennos von Fukuhara wieder nach Kyoto zurückgebracht werden sollte. Kiyomori stimmte nach langem Zögern seinem Vorschlag zu und verlegte im November 1180 die Hauptstadt wieder nach Kyoto. Als Kiyomori starb, wurde Munemori das neue Oberhaupt der Familie Taira. Munemori war sich dessen bewusst, dass er der starken Persönlichkeit Goshirakawas nicht Paroli bieten konnte wie sein verstorbener Vater. Munemori versuchte Goshirakawa bei Laune zu halten, indem er als loyaler Untertan auftrat. Tairas Feldzug im April des Jahres 1183 in der Nordischen Küstenregion gegen Yoshinaka Kiso scheiterte. Die von Koremori und Michimori Taira angeführte Armee wurde in Kurikara, Ataka und Shinohara von Kisos Armee geschlagen und kehrte enttäuscht nach Kyoto zurück. Am 24. Juli 1183 entschied Munemori, die Hauptstadt zu räumen und mit dem Tenno und Goshirakawa nach Westen zu ziehen. Nur Munemori fand Goshirakawa nicht in seinem Hof. Goshirakawa war verschwunden und Munemori musste feststellen, dass ihm ein nicht wieder gut zu machender Fehler unterlaufen war. Taira behielt die Insignien des Tennos, Drei Götterschätze, und die gesamten Schätze des Tennos und der Regierung bei sich und zog am 25. Juli 1183 von Rokuhara nach Fukuhara. Die gesamte Familie Taira und ihre Stammesangehörigen, zehntausend Menschen, verließen die Hauptstadt. Munemori übernahm die Aufgabe, Tairas Häuser in Rokuhara und dem Westen der achten Jo niederzubrennen. Sämtliche Bauten von Taira, die Kiyomori Taira in den letzten zwanzig Jahren aufgebaut hatte, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Die Tairas kamen völlig erschöpft in Fukuhara an, der zweiten Hauptstadt des Stammes, die Kiyomoris Lebenswerk war. Sie fanden ihre alten Paläste und Herrenhäuser in Efeu und Unkraut versunken und von Menschen geplündert vor. Sie hielten eine Gedenkzeremonie vor Kiyomoris Grab ab, spielten zum Gedenken an Kiyomori Musik und bestiegen die Schiffe. Sie brannten die Häuser in Fukuhara genauso nieder wie in Kyoto. In der Regionshauptstadt im Westen Japans, Dazaifu, stieß Taira auf einen starken Widerstand durch dortige Lokalfürsten. Tairas Familienmitglieder fuhren mit vielen Schiffen nach Yashima auf Shikoku, konnten sich dort endlich sicher niederlassen und die militärische Basis neu aufbauen. Die wieder erstarkten Truppen Tairas schlugen in Mizushima in der Provinz Harima auf der Hauptinsel Kisos Truppen nieder. Mit neuem Selbstbewusstsein verharrte Taira auf Yashima. Der Oberkommandierende General Munemori fuhr Ende Januar 1184 mit den gesamten Stammessoldaten auf tausend Schiffen auf Fukuhara, wo sie von Ikuta im Osten über Fukuhara bis vor Akashi überall eine umfangreiche Festung errichtet und sich gegen die Angriffe Minamotos vorbereitet hatte. Die Tairas zelebrierten am 4. Februar auf dem Meer vor der Landzunge von Wada den Todestag von Kiyomori. Munemori blieb auf seinem großen Schiff in der Nähe des Schiffs des Tennos, während die sämtlichen Truppenverbände ans Land zogen. Dann erreichte der Bote von Goshirakawa Tairas Lager und teilte Munemori und der Stammesführung das angebliche Friedensinitiative seiner Majestät, worauf die Tairas eingingen. Goshirakawas Trick verschaffte Minamotos Armeen einen entscheidenden Zeitvorsprung. Tairas wurden am 7. Februar überraschend angegriffen, verloren die Schlacht an allen Fronten und zogen sich auf Yashima zurück.