Kiyomori Taira. Der älteste Sohn von Tadamori. Sein jugendlicher Name war Heita. Sein leiblicher Vater war der ehemalige Tenno Shirakawa. Kiyomori heiratete Tokiko Fujiwara. Er wurde von dem Hof des ehemaligen Tennos in die Garde eingestellt und stieg allmählich auf wie z.B zum Gouverneur der Provinz Aki. Erschloss die Gegend von Rokuhara für die Familie Taira auf der rechten Seite von Kamogawa in Kyoto. Daher nannte man ihn Herr Rokuhara genannt. Nach Tadamoris Tod übernahm er das Familienoberhaupt. Nach dem Krieg von Hogen wurde er für sein Kriegsverdienst auch Gouverneur der Provinz Harima sowie das stellvertretende Oberhaupt der Regionshauptstadt Dazaifu. Er befand sich auf der Pilgerreise in Kumano, als der Aufstand von Heiji in Kyoto ausbrach. Die Anführer der Aufständischen,  Nobuyori Fujiwara und Yoshitomo Minamoto, besetzten den Palast und sperrten den Tenno Nijo und den ehemaligen Tenno Goshirakawa ein. Es gelang Kiyomori, unversehrt in die Hauptstadt zurückzukehren. Er befreite sofort den eingesperrten Tenno Nijo und Goshirakawa und schlug den Aufstand nieder. Er wurde nach dem Sieg der Schlacht von Heiji der stärkste Mann in der Regierung. Alle Überlebenden der Familie Minamoto hatte er verhaften und töten lassen, bis auf Yoshitomos Söhne Yoritomo, Imawaka, Otowaka und Ushiwaka, wobei die letzten drei noch Kleinkinder bzw. ein Säugling waren. Seine streng religiöse Stiefmutter Ariko (die Zen-Nonne von Ike) hatte sich nämlich energisch für die Begnadigung des jungen Yoritomo eingesetzt. Schließlich begnadigte er Yoritomo und die kleinen Kinder und verfügte ihre Verbannung bzw. Beaufsichtigung in den Tempeln. Er hatte sich in der Nachkriegszeit intensiv der Politik des Hofes des Tennos gewidmet und die höchste Karrierestufe der Untertanen zum Premierminister erklommen. Seinen Familien- und Stammesangehörigen hatte er Ämter, Ränge und Ländereien verschafft. Durch ihn erreichte Taira einen beispiellosen Aufschwung. Mit Hilfe seines Wohlstandes baute Kiyomori in Owada (heute Kobe) einen großen Hafen und betrieb von dort aus einen lukrativen Handel mit China. Er ließ auch den Stammesschrein von Taira, Itsukushimajinja, wiederaufbauen. Goshirakawa suchte seinerseits Kiyomoris Waffen für seine politische Stabilität und band Kiyomori an seine Politik, indem er Kiyomoris Schwägerin Shigeko heiratete, die Goshirakawa wiederum einen Sohn gebar (der spätere Tenno Takakura). Kiyomori war nun mit der Tennofamilie verwandt. Er hatte mittlerweile sein Amt des Premierministers abgegeben und war Mönch geworden. Zum Zeitpunkt dieses Buches (5) war er um die sechzig Jahre alt. Taira beherrschte seit fast zwanzig Jahren die Politik. Kiyomori bestimmte neben Goshirakawa die wichtigsten Personalentscheidungen des Hofes des Tennos. Nun erfuhr er von einem Teilnehmer des konspirativen Treffens im Tal Shishigadani, dass einige Adelige Taira stürzen wollten. Er mobilisierte eine gewaltige Armee und ließ alle Gegner der Tairas verhaften. Seine Tochter Tokuko bekam vom Tenno Takakura einen Prinzen, der später Tenno Antoku wurde. Sein ältester Sohn Shigemori erlag im Jahre von 1179 im Alter von zweiundvierzig einer chronischen Krankheit. Kiyomori war zu diesem Zeitpunkt zweiundsechzig Jahre alt.