Yoshitsune Minamoto (Kindesname Ushiwaka): Sohn von Tokiwa und Yoshitomo Minamoto. Jüngster Halbbruder von Yoritomo und Noriyori. Kiyomori hatte ihn nach der Schlacht von Heiji von der Todesstrafe begnadigt und ihn unter Aufsicht des Tempels Kuramadera gestellt. Die Mitglieder des Bundes der Grassamen befreiten Ushiwaka aus Kuramadera. Der Goldhändler Kichiji schlug ihm vor, in den Norden Japans, nach Hiraizumi zu Hidehira Fujiwara zu gehen. Yoshitsune entzog sich im Tempel Sensoji in der Provinz Musashi Kichijis Obhut und fand im Weideland von Tadara in der Provinz Shimousa bei der Familie Tsuneharu Chiba Zuflucht. Nach mehreren Monaten der Wanderschaft im Osten Japans ging Yoshitsune zu Hidehira Fujiwara nach Hiraizumi und verweilte dort zwei Jahre. Als Tokuko 1178 einen Prinzen gebar, befand Yoshitsune sich in den Bergen von Nachi in der Provinz Kii. Sein Versteck wurde jedoch von den Tairas aufgespürt und er musste mit Masachika Kamata in die Hauptstadt fliehen. Yoshitsune fand seinen Onkel Yukiie Minamoto in Katata am Biwa-See in der Provinz Omi. Yoshitsune erfuhr von Yukiies Untergrundaktivität, in Kyoto immer wieder Brandstiftungen und Raubüberfälle zu begehen und Tairas Herrschaft in Unruhe zu stürzen. Yukiies Guerilla-Taktik scheiterte. Yoshitsune baute die gesamte Untergrundorganisation ab und stellte sich Tokitada Taira, damit seine gefangenen Bandenmitglieder freigelassen werden konnten. Als Yoritomo im September 1180 den Krieg gegen Taira antrat, stieß Yoshitsune aus Hiraizumi zu Yoritomos Armee am Fluss Kisegawa. Yoshitsune durfte fortan in Yoritomos Armee in Kamakura als einer der Stammesangehörigen dienen und wurde dem Rat der Samurai unterstellt. Im November 1183 erhielt Yoshitsune von Yoritomo einen geheimen Auftrag. Yoshitsune führte fünf- bis sechshundert Reiter- und Fußsoldaten von Kamakura an und rückte in die Provinzen Omi, Iga und Ise vor. Yoritomo ließ Yoshitsune eine militärische Basis für den Angriff von Yoshinaka Kiso aufbauen und diesen in der Hauptstadt festnageln. Kamakura entsendete am 6. Januar 1184 fünftausend Mann Richtung der Hauptstadt gegen Yoshinaka Kiso. Yoshitsune führte das Sonderkommando an, marschierte in die Provinz Ise ein und rückte von dort aus über Iga nach Uji vor. Yoshitsunes Armee tauchte bereits am 19. Januar am Fluss Ujigawa auf. Yoshitsunes Sonderkommando überwand am 20. Januar in einem harten Kampf den Fluss Ujigawa und schlug die Truppen von Yukichika Nenoi und Chikatada Tate nieder. Yoshitsunes Haupttruppe befreite Goshirakawa aus Kisos Hausarrest und zerstörte Kisos Truppen in der Hauptstadt. Yoshitsune traf sich mit dem Arztehepaar Asatori Abe und Yomogi und erfuhr, dass seine Mutter Tokiwa wahrscheinlich in der Gegend von Ibuki und Sekigahara von Räubern getötet worden war. Yoshitsune gewann Asatori als Sanitärarzt in seinem Feldlager. Yoshitsune legte am 26. Januar 1184 den Samuraianführern einen überzeugenden Plan dar und überzeugte sie vom sofortigen Angriff gegen Tairas Streitkräfte. Minamotos gesamte Armee von dreitausend Mann zog am 29. Januar nach Oeyama. Yoshitsune führte ein eintausend Mann starkes Sonderkommando an und nahm einen weiten Umweg durch das Hinterland zum Pass Hiyodorigoe. Die Hauptarmee mit zweitausend Reiter- und Fußsoldaten wurde von Noriyori Minamoto befehligt. Sie marschierte von Koyano in der Provinz Settsu über Nishinomiya und Ikutagawa nach Westen vor. Goshirakawa schickte einen Vorschlag zur Friedensverhandlung und ließ mitteilen, die Waffen von Minamoto würden bis 8. Februar 1184 ruhen, was gelogen war. Yoshitsune schlug am 4. Februar Tairas Vorposten von Sukemori in Mikasa nieder. Er schickte seine Truppen zu verschiedenen Richtungen und alle Truppen stürmten gleichzeitig am frühen Morgen des 7. Februar Tairas Lager. Seine Hauptarmee ritt geradeheraus auf die Landzunge von Wada. Überall schlugen Minamotos Samurai Tairas Soldaten nieder, weil sie blindlings an das Waffenstillstandangebot Goshirakawas geglaubt hatten. Minamotos siegreiche Armee kehrte triumphierend in die Hauptstadt zurück. Yoshitsune kam in der Hauptstadt große Anerkennung von den Menschen entgegen. Kagetoki Kajiwara schmeckte dieser einseitige Zuspruch zu Yoshitsune nicht und verbreitete seine verleumderische Sichtweise zu Yoshitsunes Leistung in der vergangenen Schlacht.