Yorimasa Minamoto

 

Yorimasa, der alte Samuraianführer der Nebenlinie Minamoto, ist im 8. Band tot. Dieser ehrwürdige Samurai übte sein ganzes Leben lang Bescheidenheit, Treue und Dankbarkeit gegenüber Kiyomori. Eigentlich handelt er nach seiner Strategie, um Minamoto wieder aufzubauen. Er spielt aber seine Rolle so gut, als wäre er wirklich so, sodass Kiyomori und Taira von ihm nur Mitleid fühlen. Die Mitmenschen lachen gar über seine schäbige Erscheinung aus. Doch in seinem tiefsten Herzen steckt ein starker Wille, der ihn aber nicht in Ungeduld treibt. Er wartet auf eine gute Gelegenheit. Die kommt mit Goshirakawa, dem ewigen Widersacher von Taira und dem ehemaligen Tenno. Goshirakawa bringt seinen Prinzen Mochihito ins Spiel. Mit 77 Jahren erhebt Yorimasa die Waffen gegen Kiyomori und nutzt den weltfremden naiven Mochihito aus. Ihr Aufstand ist von vorne herein aussichtslos. Darum geht es Yorimasa nicht. Mochihitos radikale Befehlsschrift ist unterwegs nach dem Osten. Jetzt hisst Yoritomo, der Stammesführer Minamotos die Fahnen gegen die Tairas aus den östlichen Provinzen. Yorimasa stirbt mit seinem Leben zufrieden. Er ist ein reinrassiger Samurai, den ich während meiner Übersetzerarbeit sehr verehre. Doch er ist auch ein kultivierter Samurai und schreibe schöne Gedichte. Er hat in seinen alten Jahren mit einer jungen Dienerin eine Liebesaffäre. Ich fühle mich wohler dabei. Denn, wenn er ohne Freude am Leben gestorben wäre, wäre sein Leben zu grausam.