Die online Lesung: „Die Geschichte  von Taira (2) und (3) - Neue Interpretation“  新平家物語 von Eiji Yoshikawa fand am 21.11.2020 um 11 - 13 statt.

Es ist eine Zusammenarbeit mit der Bibliothek des Japanischen Institutes Köln. 

Ich bedanke mich bei Herrn Thomas Ladurner für seine hervorragende Moderation. Den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern möchte ich ganze herzlich danken.

Zu Ihrer Erinnerung möchte ich auf die Bilder in meinem Videokanal in Youtube hinweisen. Die Bildqualität ist leider nicht so gut.

https://youtu.be/mxuguVNhd40

Bild 2 Landkarte Kyoto

Die Karte zeigt schematisch die Hauptstadt Japans Kyoto in der Mitte des 12. Jahrhunderts.

Bild 3: Japans Städte

Bild 4: Tempel Yasaka

Dieser alte Tempel steht auf dem Fuß der Ostberge, Kyoto, in der Nähe von Maruyama Park, in dem im Frühjahr viele Kirschbäume blühen.

Bild 5: Gion

Ganz in der Nähe vom Tempel Yasaka liegt das Nobel Stadtviertel Gion mit vielen Teehäusern.

Bild 6: Kiyomizudera

Man geht durch das rote Tor zur Pagode mit der berühmten Terrasse, die in einer hölzernen Balkenkonstruktion an einem steilen Berghang errichtet wurde. In Japan sagt man, man muss einmal auf der Terrasse gestanden haben, bevor man stirbt. Kiyomizudera steht seit 798 hier.

Bild 7: Ninenzaka und Sannenzaka

Die Gassen Ninenzaka und Sannenzaka in der Nähe von Kiyomizudera.

Bild 8: Rokuhara

Kiyomori erschließt Mitte des 12. Jh. Rokuhara in der Nähe von Kiyomizudera und baut sein Herrenhaus. Damals stand schon „der Turm von Yasaka“, ein fünffacher Turm, in der Mitte des Fotos aus dem 7. JH.

Bild 9: Ostberge

Bild 10: Ein Cafè in den Ostbergen

Bild 11: Kamogawa

Bild 12: Der Innere Palast

Der Innere Palast ist der Wohnsitz des Tennos. Im Saal des Himmelssohnes, Shishinden, finden große Zeremonien statt, bei denen hundert Untertanen zusammenkommen, an denen der Tenno auf seinem Thron teilnimmt.

Der Tenno und seine Erste Frau wohnen im benachbarten Saal der Frische (Seiryoden) im Inneren Palast. Außerdem hat seine Majestät weitere Gemahlinnen in den nahen Gemächern.

Bild 13: Shinzei und Yorinaga

In der Regierung kämpfen zwei Mitglieder der Familie Fujiwara um die Macht. Der untere Sekretär Shinzei Fujiwara (hier links) und der linke Minister Yorinaga (hier rechts oben).

Bild 14: Tod des Tennos Konoe

Als der Tenno Konoe jung stirbt, sagt die Wahrsagerin, dass jemand an die Augen der Statue des langnasigen Spuks im Berg Atagoyama Nägel gehauen hätte. Deswegen sei er gestorben. Die Mutter des verstorbenen Tennos gerät in Wut und verdächtigt den linken Minister Yorinaga und dessen Vater. Danach stürzt Yorinaga von seiner Macht ins Abseits.

Bild 15: Sutoku

Sutoku glaubt, dass es gerecht wäre, dass nach Tod des Tennos Konoe sein Sohn auf den Thron stiege. Aber sein Vater Toba entscheidet sich als der nächste Tenno für Sutokus jüngeren Bruder Goshirakawa. Sutoku ist enttäuscht und verärgert über seinen Vater. Yorinaga sucht die Nähe von Sutoku und macht ihm eine falsche Hoffnung, dass sein Wunsch absolut gerecht sei und das Volk hinter ihm stünde.

Als der ehemalige Tenno Toba stirbt, begehren Sutoku und Yorinaga gegen den Tenno Goshirakawa auf (1156).

Bild 16: Hogen

Japan wird zum ersten Mal von einer Tragödie eines das ganze Land erfassenden Bürgerkriegs heimgesucht. Der Aufstand wird von der vereinten Armee von Kiyomori Taira und Yoshitomo Minamoto niedergeschlagen. Der linke Minister Yorinaga wird von umherfliegenden Pfeilen getroffen und schwer verwundet. Aber sein Vater versperrt ihm das Tor seines HausesaHa. Yorinaga beißt sich in die Zunge.

Bei diesem Aufstand werden die adelige Familie und die Samurai-Stämme in ihren Reihen auseinandergerissen.

Bild 17: Kiyomori köpft seinen Onkel

Kiyomoris Onkel Tadamasa wird als einer der Hauptverbrecher zum Tode durch Köpfen verurteilt. Kiyomori richtet Tadamasa hin. Indessen hat auch Yoshitomo Minamoto seinen Vater Tameyoshi köpfen lassen. Der Krieg von Hogen geht als einer der grausamsten Kriege in die japanische Geschichte ein.

Bild 18: Heiji

Nach dem Aufstand von Hogen wird Kiyomori von seinem Mäzen, Shinzei, einseitig vor Yoshitomo bevorzugt. Yoshitomo ist deswegen unzufrieden. Der junge Adeliger, Nobuyori Fujiwara, fühlt sich von Shinzei zurückgesetzt und ist unzufrieden. So verbünden sich Nobuyori mit Samurai Oberhaupt Yoshitomo und greifen im Dezember des Jahres 1159 Shinzei Fujiwara und Kiyomori Taira an. Der Bürgerkrieg von Heiji bricht aus.

Die Aufständischen ermorden Shinzei. Dann sperren die Aufständischen den jungen Tenno Nijo und den ehemaligen Tenno Goshirakawa ein.

Bild 19: Kiyomori nach Kyoto

Kiyomori ist in der Zeit zum Schrein nach Kumano pilgert. Es gelingt ihm, unauffällig in die Hauptstadt zurückzukehren. Der junge Adelige Anführer Nobuyori setzt sich über den Tenno hinweg, führt sich wie der Tenno auf, wohnt im Inneren Palast und feiert jede Nacht mit Gemahlinnen und Dienerinnen der zahlreichen Gemächer des Tennos. Tenno-treue Adeligen wenden sich von den Aufständischen ab. Während Nobuyori dem süßen Leben im Hof verfällt, befreit Kiyomori den ehemaligen Tenno aus ihren Arresten.

Bild 20: Yoshitomo flieht

Es bricht ein erbitterter Kampf aus, der einen Tag andauert. Es kommt zur Schlacht zwischen Taira und Minamoto. Kiyomori schlägt Yoshitomos Minamoto Armee nieder. Yoshitomo flieht in die Berge in Norden.

Bild 21: Yoritomo überlebt

Yoritomo verläuft sich im Schnee, entkommt den Kopfgeldjägern, wandert allein durch die Berge und Felder und sucht bei der Geliebten seines Vaters in der Provinz Mino Zuflucht. Die Geliebte teilt ihm mit, dass sein Vater dem Verrat seines langjährigen Stammesangehörigen zum Opfer gefallen und hinterlistig getötet worden ist. Yoritomo weint traurig und flieht weiter.

Bild 22: Kiyomori begnadigt Yoritomo

Yoritomo gerät in Tairas Gefangenschaft in Kyoto. Kiyomoris Stiefmutter, die Zen-Nonne von Ike, fühlt ein tiefes Erbarmen für Yoritomo und setzt für Yoritomos Begnadigung ein. Kiyomori befreit Yoritomo von der Todesstrafe und verbannt ihn in die Provinz Izu.

Bild 23: Tokiwas Kinder

Tokiwa, die Geliebte von Yoshitomo mit drei Söhnen von Yoshitomo, ist über den Tod ihres Mannes schockiert und traurig. Außerdem macht sie sich große Sorgen um ihre Mutter, die an ihrer Stelle von Taira verhaftet worden ist. Manchmal überkommt sie Verzweiflung und sie denkt an einen Selbstmord mit ihren drei Jungen. In solchen Situationen denkt sie an den letzten Brief, den Yoshitomo noch vor seiner Flucht an sie geschrieben hat. Tokiwa stellt sich bei Taira. Kiyomori vernimmt Tokiwa persönlich und ist von ihrer Bitte verärgert, dass er ihre drei Söhne vom Todesurteil befreien möchte. Doch Kiyomori begnadigt Tokiwas drei Jungen und gibt sie jeweils einem Tempel zur Aufsicht. Tokiwa ist nicht nur Mutter, sie ist auch eine junge Frau und lässt Kiyomori in einer Nacht an sich heran. Kiyomori besucht Tokiwa danach kein einziges Mal mehr. Seine Frau Tokiko verbietet ihm den nächtlichen Ausflug zu dem kleinen Haus von Tokiwa. Kiyomori schlägt Tokiwa stattdessen eine Ehe mit einem ehemaligen Finanzminister vor. Damit ist für Kiyomori seine kurze Affäre mit Tokiwa endgültig erledigt.

Bild 24: Kiyomoris Aufstieg

Kiyomori genießt ein großes Ansehen in der Regierung und in der Gesellschaft. Der Hafen Bau von Owada und der Schrein Itsukushima Jinja werden seine große Leidenschaft. Bei dem Streit zwischen den zwei mächtigsten Tempeln Japans, Enryakuji auf dem Berg Hieizan und dem Tempel Kofukuji von Nara, legt Kiyomori die Krise bei. Die Adeligen bewundern ihn außerordentlich und machen ihn zum Premierminister. In dieser Zeit beginnt Tairas Macht und Wohlstand in voller Blüte zu blühen.

Bild 25: Exkurs Gion-Dame

Die leibliche Mutter von Kiyomori Taira, Gion-Dame, ist eine Konkubine des Tennos gewesen und Kiyomoris Vater zu Frau gegeben worden. Sie ist sehr stolz darauf, dass sie von seiner Majestät geliebt worden ist, und möchte der adeligen Gesellschaft zugehören, obwohl sie Frau eines unterirdischen Samurais geworden ist. Sie verschwendet Geld aus der knappen Haushaltskasse der Samurai Familie Taira für ihre kosmetische Pflege, damit sie mit dem der adeligen Gesellschaft angemessenen Kleid ausgehen kann. Sie erträgt schließlich Armut und Trostlosigkeit der Samurai Familie nicht. Sie verlässt ihre Kinder, auch Kiyomori und ihren Mann, geht zu ihrem Adoptivvater, einem Adeligen, zurück, lebt ein Luxusleben und treibt ihren Adoptivvater in die finanzielle Ruine. Später verdient sie ihren Unterhalt als die Herrin eines berühmten Tänzerinnenhauses selbst, in dem viele prominenten Persönlichkeiten sich amüsieren. Eiji Yoshikawa hat am Anfang des Romans diese sensationell kraftprotzende Frau positioniert, die man so nicht aus der damaligen Gesellschaft erwartet hatte, die aber die Leser in eine Leben bejahende Stimmung bringt.

Bild 26: Kesa

Frau Kesa ist ein Zimmermädchen und mit dem Samurai Wataru Minamoto verheiratet. Morito Endo verliebt sich in sie und verführt sie zu einem Seitensprung der Ehe. Um sich von dieser Dreier-Beziehung zu befreien opfert Kesa sich für ihre Liebe zu ihrem Ehemann. Morito kann in der Finsternis und vor Aufregung nicht sehen, dass seine Geliebte auf dem Bett liegt. Er köpft sie. Die Behörde verurteilt seine Tat und die Samurai der Garde fahnden nach Morito, aber sie können ihn nicht fassen.

Bild 27: Kesa im Kinofilm

Es gibt aus dem Jahr 1953 einen Kinofilm „Jigokumon“ (Tor in die Hölle), in dem diese Liebestragödie um Kesa in einer schönen Inszenierung und mit der berühmten Schauspielerin und dem ebenso hervorragenden Schauspieler dargestellt wird (Youtube https://youtu.be/KUrff_zIlN4.). Eiji Yoshikawa und der Film stellen Frau Kesa so dar, dass sie auf eine eiskalte Weise ihre klare Liebe zu ihrem Mann verteidigt. Die armen Menschen in der Gesellschaft haben Mitgefühl mit ihr und Bedauern um sie, wohingegen die adeligen Damen nicht wissen, warum Kesa so gehandelt hat. Treue einer Frau zu ihrem Mann ist in der adeligen Gesellschaft damals unbekannt. In der modernen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wird keine Frau so handeln wie Kesa. Die modernen Japanerinnen werden ihre persönliche Freiheit der traditionellen Ehepflicht bevorzugen.

Bild 28: Tokiwa

Eiji Yoshikawa beschreibt in diesem Roman die Erhabenheit von Tokiwa als tragische und barmherzige Mutter. Er stellt aber auch feinfühlig die Schwankungen ihres Gefühls dar, als sie Kiyomori, den sie als Feind ihres Mannes hätte ansehen müssen, an sich heranlässt. Sie ist in dem Moment nicht die Mutter, sondern eine Frau. Mutter und Frau, Herz und Fleisch, diese kämpfen sich gegeneinander, darin liegt ihre Schönheit.

Tokiwa wird am Ende von den Räubern getötet (Im Buch 13). Für Tokiwas tragischen Tod gibt es eine Bilderrolle aus der Zeit um 1600, die heute in dem MOA Museum in Atami aufbewahrt ist. In Youtube zeigt die Firma Internet Museum die Bilderrolle: https://youtu.be/5lANmaYu5p4.

Tokiwa gilt als eine der schönsten Frau damals. Deshalb wird eine der schönsten Schauspielerinnen ihre Rolle bekommen, wenn ein Film oder eine Fernsehserie über Taira oder Minamoto gedreht wird.

Bild 29: Danksagung

Ich möchte Herrn Eimei Yoshikawa, dem Sohn des Schriftstellers, herzlich danken für die Überlassung der Übersetzung ins Deutsche.

Ich möchte mich ganze herzlich bei meiner Lektorin, Frau Christine Pepersack, für ihre Lektorarbeit bedanken. Die deutsche Ausgabe ist eine Symbiose der beiden Sprachen und Kulturen. 

Ich bedanke mich bei meinem Graphiker, Herrn Marek Firlej, für seine schönen Graphiken.

Ken Tanaka, meinem Kunstlehrer aus der Mittelschule, danke ich für seine schwarz-weiß Holzschnittbilder, die ich für die Cover der Bücher benutzen darf.

Bei Shuji und Keiko Mukunoki bin ich für ihre Unterstützung aus Japan dankbar.

Dem Museum Kenkichi Sugimoto danke ich für die Erlaubnis, seine Bilder in meiner deutschen Ausgabe verwenden zu dürfen.

Ich bedanke mich bei Frau Hasunuma und Frau Yoshioka vom Japanischen Kulturinstitut Köln ganz herzlich für ihre technische Unterstützung.

Herrn Thomas Ladurner danke ich für seine Bereitschaft, die Moderation bei meiner online-Lesung zu übernehmen.

Meiner Frau, Maggie Hoven-Hayauchi, danke ich für ihre tatkräftige Unterstützung.

Ich bedanke mich bei Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit.

Schlusswort

Den weiteren Verlauf der Publikation werde ich in meiner Webseite, www.hayauchi.de, schildern. Ich lade Sie herzlich in meine öffentliche Gruppe unter Facebook/Yutaka Hayauchi/Die Geschichte von Taira ein.

Die Zusammenfassung der heutigen Lesung wird in der genannten Webseite vorgestellt.

Sie hören von mir. Die Lesungen der weiteren Bände folgen.